(2015-01-21) Automatische Reaktorschnellabschaltung durch Störung im Turbinenregelsystem

Wegen einer Störung in der Turbinenregelung öffneten am 21. Januar 2015 im KKL die Turbinen-Bypassventile. Damit wurde Frischdampf aus dem Reaktor anstatt in die Turbine direkt in den Kondensator geleitet. Auslegungsgemäss wurde die Reaktorleistung automatisch auf etwa 20 % reduziert, indem 8 Steuerstäben eingeschossen und die Umwälzmengenregelventile geschlossen wurden.

Die verminderte Dampfproduktion in Kombination mit den offenen Bypassventilen führte zu einem Druckabfall. Bei 58,55 bar schlossen die Frischdampfisolationsventile automatisch die Dampfleitung innerhalb des Containments ab. Parallel dazu erfolgte die auslegungsgemässe Reaktorschnellabschaltung. Das Kühlmittelniveau im Reaktordruckbehälter wurde durch die Speisewasserpumpen gehalten. Die Wärmeabfuhr aus dem Reaktorkern und die Kontrolle des Reaktordrucks erfolgten über die Abblaseventile. Der abgeblasene Dampf kondensierte in der Druckabbaukammer, aus der die zugeführte Wärmeenergie mittels der dafür vorgesehenen Kühlsysteme abgeführt wurde.

Zum Zeitpunkt der Reaktorschnellabschaltung stand nur einer von zwei Kanälen der Turbinenregelung zur Verfügung. Ein Kanal war am 17. November 2014 durch eine Störung in der Spannungsversorgung ausgefallen. Ein einkanaliger Betrieb der Turbinenregelung entspricht der Auslegung der Anlage und war somit zulässig. Sicherheitstechnische Funktionen der Gesamtanlage werden durch den einkanaligen Betrieb der Turbinenregelung nicht beeinträchtigt. Der störungsbedingte Ausfall des einzigen noch zur Verfügung stehenden Kanals am 21. Januar 2015 führte deshalb auslegungsgemäss zu einer Reaktorschnellabschaltung.

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